Mittelstand und Großindustrie

Comelio Offshoring und Outsourcing MittelstandDer Begriff Offshoring soll hier nicht weiter differenziert werden, doch der Begriff Mittelstand muss vor dem Hintergrund des Offshoring ein wenig genauer betrachtet werden. Mittelstand bzw. Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) fokussieren als Begriffe natürlich Unternehmen, die gerade nicht zur Großindustrie gehören. Typischerweise geht man dabei davon aus, dass mit steigender Unternehmensgröße auch die Häufigkeit zunimmt, dass Offshoring genutzt wird und dass darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es erfolgreich genutzt wird. Richtig ist aber, dass es teilweise nur verschieden genutzt wird und selbstverständlich auch der Mittelstand genauso von Offshoring profitieren kann wie er derzeit auch von Outsourcing profitiert.

Die meisten Unternehmen nutzen im IT-Bereich Outsourcing. Dies ist insbesondere bei Netzwerk- und sonstigen Infrastrukturdienstleistungen direkt vor Ort der Fall. Die folgenden Beispiele sollen dies näher erläutern.

Nutzung von IT-Outsourcing bei KMU und Großindustrie

Comelio Offshoring und Outsourcing Mittelstand Sehr kleine Organisationen bis vielleicht 50 Mitarbeitern leisten sich normalerweise keinen eigenen Techniker oder gar Administrator, weil die entsprechenden Aufgaben gar nicht in diesem Maße vorhanden sind. Dies ist nur dann anders, wenn aufgrund der Geschäftsprozesse entsprechend viele Aufgaben wenigstens eine Vollzeitstelle ausfüllen würden. Diese Unternehmen nutzen daher besonders intensiv Outsourcing von IT-/EDV-Dienstleistungen im Bereich Netzwerktechnik, Benutzerservice und ähnlichen Infrastrukturbereichen.

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Die Mehrzahl der Unternehmen dürfte früher oder später beginnen, genau in dem Bereich Netzwerktechnik und technische Infrastruktur auf eigene Techniker und Administratoren zu setzen oder bei Outsourcing mit Service Level Agreements (SLA) und geeigneten Verträgen zwar weiterhin die Dienstleistung extern zu beziehen, ihre Verfügbarkeit aber zu stabilisieren.

Ein anderer Teil der Unternehmen ist sehr stark mit IT und Software verwoben. Sie sind  bspw. direkt im IT-Umfeld tätig und bieten direkt ein Software-Produkt an oder führen Dienstleistungen auf Basis einer Software-Lösung oder softwaregestützt durch. Sie haben möglicherweise in dieser Software-Lösung viele individuelle Geschäftsprozesse implementiert, die einem stetigen Wandel unterworfen sind, welcher wiederum in der Software nachvollzogen werden muss. Für diese Unternehmen lohnt sich daher meist aus Gründen der Kosten, der Flexibilität und auch der kontinuierlichen Arbeit an der Software-Lösung der Aufbau eines eigenen Teams.

Die meisten größeren Unternehmen jedoch begrenzen ihre Aktivitäten auf Netzwerktechnik, Benutzerservice und damit auch wieder Infrastruktur, wenn es darum geht, eigenes Personal einzustellen. Software-Entwicklung und damit weitere IT-Aktivitäten finden nur in Unternehmen statt, die wiederum einen Fokus auf Software-Lösungen haben und damit eine große IT-Abteilung aufbauen.

Genau diese größeren Unternehmen sind es dann auch, welche als typische Kunden von Offshoring zu sehen sind. Die Projekte habe eine gewisse Größe, sodass sich ein entsprechendes Engagement lohnt. Ob diese Offshoring-Aktivitäten dann mit einem eigenen Unternehmen oder mit einem externen Partner mit Sitz im Inland oder Ausland durchgeführt werden, lässt sich pauschal nicht sagen. Hier gibt es alle Varianten.

Offshoring als Option

Comelio Offshoring und Outsourcing MittelstandIn der Großindustrie finden sich viele Beispiele von Unternehmen, die eigene Offshoring-Unternehmen gegründet oder zugekauft haben oder Offshoring als Dienstleistung nutzen.  Dies ist für ein mittelständisches Unternehmen ein größeres Wagnis.  Im Bereich Produktion haben es bereits viele Mittelständler vorgemacht und ihre gesamte Produktion oder einen personalintensiven Teil ins Ausland verlagert. Hier scheint es also eine Konzentration auf Produktionsunternehmen zu geben.

Bei IT-Dienstleistungen gibt es selbstverständlich auch einen sehr hohen Nutzungsgrad von Offshoring in der Industrie, doch dieser ist oft auf reine inländische Software-Unternehmen oder auf die Software-Produkt-Entwicklung begrenzt.

Bei den mittelständischen Unternehmen muss man hier differenzieren, welche Bedeutung Software-Entwicklung für das Unternehmen besitzt.

  • Einige Mittelständler haben ständigen Bedarf an Software-Entwicklung und arbeiten kontinuierlich an Veränderungen und Verbesserungen. Dies können diejenigen Unternehmen sein, welche ein Software-Produkt  herstellen und somit wie bei einem Produktionsunternehmen ihre Produktion verlagert haben.
  • Andere Mittelständler benötigen mehr als nur Standardsoftware und auch mehr als nur Anpassungen und Konfigurationen. Sie wollen vielmehr neue Software-Komponenten oder sogar vollständige individuelle Software entwickeln. Diese Projekte sind jedoch seltene Investitionsprojekte, welche danach nur zu kleineren Erweiterungsprojekten führen.

Es stellt sich daher die Frage, inwieweit diese KMU auch von Offshoring profitieren können, d.h. ob überhaupt die Verlagerung von Software-Entwicklung tatsächlich die gewünschte Ersparnis, die erhöhte Flexibilität und die gestärkte Robustheit bringt. Hier schwingt immer die Annahme mit, dass es eine bestimmte Mindestgröße von Projekt geben muss, damit sich Offshoring überhaupt lohnt. Grundsätzlich ist dies ein richtiger Gedanke, doch bei ausreichender Planung und konkreter Software-Spezifikation sowie mit einem kompetenten Outsourcing-Partner im Bereich Offshoring lassen sich auch kleinere Projekte oder Erweiterungsprojekte realisieren.